Was bedeutet “ich selbst sein”?

Und wieder mal habe ich bei Frank Obels ein interessantes Video gefunden:

Masquerade from Aziz K. on Vimeo.

In Wikipedia steht folgendes:

Die Persona bezeichnete ursprünglich eine im griechischen Theater von den Schauspielern verwendete Maske, die die Rolle typisierte und als Schallverstärker benutzt wurde. Der Name ist abgeleitet aus dem Lateinischen (personare = hindurchtönen), und daraus wiederum abgeleitet ist der Begriff Person.

Ist es nicht so, dass wir IMMER Rollen spielen? Das ist doch auch sinnvoll, oder? Es ist allerdings wichtig, sich bewusst zu sein welche Rolle man gerade spielt und was noch wichtiger ist: man muss jederzeit damit auch wieder aufhören können.

Angenommen ich habe mich über irgend etwas geärgert. Genau in dem Moment kommt einer meiner Schüler zu seiner Stunde. Soll ich etwa “ich selbst” sein und meine Laune mit in den Unterricht tragen oder gar an ihm auslassen? “So bin ich halt. Im Moment bin ich sauer.”

Blödsinn, oder? Da überwiegt eindeutig mein Wunsch meinem Schüler so gut wie möglich zu dienen. Meine Strategie ist es, in die Lehrerrolle zu gehen (die ich mir sehr genau überlegt habe, was da dazu gehört und was nicht, und die sich ständig weiterentwickelt).

Das heisst nicht, dass der Ärger weg wäre. Er ist allerdings für den gewählten Zeitraum weeeeeeeeeit im Hintergrund, weil mir jetzt andere Dinge wichtiger sind.

Das heisst auch nicht, dass das unecht wäre. Und an der Stelle freue ich mich, dass der Wortursprung das auch illustriert: per-sonare = hindurch-schallen, d.h. mein “echtes Selbst” schallt immernoch hindurch!

DANN ist es aber wichtig den Ärger möglichst zeitnah anzuschauen, damit da kein böses Verdrängen passiert ;-)

So gesehen sind nicht die Masken das Problem, sondern der mehr oder weniger intelligente Umgang damit.

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Bleibt die Frage offen, ob das “ich selbst sein” nicht auch eine Maske sein könnte…

3 Kommentare zu „Was bedeutet “ich selbst sein”?“

  • Vielen Dank für den Hinweis auf den Kurzfilm.
    Dabei empfinde ich sehr viel Übereinstimmung bei der Kritik an vortäuschenden Rollen. – Es gibt auch eine entlastende Seite durch eingeübte Rollen-Muster. Sie deuten dies in Ihrem Text an. An dieser Stelle -dem Ende – ist mir der Film zu depressiv.

    Sonnige Grüße aus dem sonnigen Baden

  • Habe hier noch ein Video von Erich Fromm gefunden das zum Thema passt:

    http://www.youtube.com/watch?v=AAbKIvpALmg&feature=related

  • Jan:

    Ich beschäftige mich seit ungefähr 4 monaten mit dem thema spiritualität.
    (hier sein,authentisch zu sein,das zu genießen was hier und jetzt geschied, jeden moment so zu nehmen wie er einfach ist)

    Seid dem ich mich bewußt war nehme und ganz bei mir bin, hat mein leben eine wertigkeit erreicht die ich mir vor nicht ganz 4 monaten jemals hätte vorstellen können.

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