Neues ebook: Persönlichkeitsveränderung
Der Psychologe Roland Kopp-Wichmann hat ein lesenswertes ebook herausgebracht mit dem Titel “Handbuch Persönlichkeitsveränderung – Warum es nicht einfach ist seine Persönlichkeit zu verändern. Und wie es doch geht.”
Jetzt habe ich es fertig gelesen und kann es rundum empfehlen. Mir gefällt, dass es gegen den Trend geht, dass persönliche Veränderung kinderleicht sei und schnell gehe.
Denn das stimmt auch meiner Erfahrung nach einfach nicht. Und nein, das liegt nicht daran, dass ich einen Glaubenssatz hätte, demnach das schwer sei und das dann zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung wird. Viele Dinge lassen sich natürlich relativ leicht und schnell verändern.
Aber wenn es um die Perönlichkeit bzw. wirklich wichtige Themen geht, muss man in die Tiefe gehen. (Übrigens habe ich schon des öfteren auch hinter scheinbaren Kleinigkeiten “wichtige” und grosse Themen gefunden. So viel zum Thema “schnelle Veränderung”.) Das braucht persönlichen Einsatz, Zeit, Durchhaltevermögen und oft auch Mut unangenehme Dinge wirklich anzuschauen.
Und zwar aus verschiedenen Gründen, wie z.B. schlicht deswegen, weil im Gehirn etwas umgebaut werden muss, oder dass das perönliche Umfeld nicht mitspielen will, oder aber dass das Problem schon die Lösung für ein anderes Thema anderes darstellt, das man eigentlich lieber meiden möchte, oder…
In Kopp-Wichmanns ebook werden eine Vielzahl von weiteren Gründen und Modellen angeführt, so dass man wirklich verstehen kann was los ist. Und es werden Wege aufgezeigt, wie man dann weitergehen könnte um die gewünschte Veränderung zu schaffen.
“[...] die schlechte Nachricht ist, dass es offenbar keinen schnellen, leichten Weg gibt, sich an ein neues Verhalten anzugewöhnen.
Die gute Nachricht: mit genügend Ausdauer ist es zu schaffen. Sie müssen nur dranbleiben – und vor allem: anfangen.”
An dieser Stelle möchte ich nicht nur das ebook (9,90€) empfehlen, sondern gleich auch den Persönlichkeits-blog, den ich seit einiger Zeit regelmässig und mit grossem Gewinn lese.

Hallo Herr Mihajlovic,
was Sie sagen, kann ich nur unterschreiben!! Gerade gestern habe ich mich mit einem Freund unterhalten, dessen Ehe sich nach 23 Jahren in einer großen Krise befindet. Beide lieben sich noch und es verändert sich gerade die Art der Kommunikation. Er ist ungeduldig, weil er denkt es ist doch Alles klar wie wir es jetzt beide wollen, aber Veränderung braucht einfach ihre Zeit und ihren Raum. Ich dachte früher immer “Na ja, wenn es mein Verstand kapiert hat, welches Verhaltensmuster ich gerne durchbrechen möchte und ich den Grund dafür kenne, dann kann es kein Problem sein das Verhalten dann auch gleich zu ändern” und wurde sehr ungeduldig mit mir selbst (was ich manchmal immer noch bin). Genau da macht Herr Kopp-Wichmann eine ganz wichtige Aussage , nämlich die, dass Veränderung auf einer anderen Ebene stattfindet. Meines Erachtens die zentrale Aussage überhaupt. Zumindest hat sie mir deutlich gemacht, wie wenig die handelsüblichen “Psychotipps” wirklich greifen, da sie meistens nur den kognitiven Bereich ereichen. Elementar es ist doch, das jemand Veränderung wirklich von innen heraus will und da finde ich es hilfreich, wenn man weiß, dass das ein Prozess ist, der dauern kann. Gut Ding braucht eben Weil… Auch ich kann das E-Book und den Persönlichkeitsblog jedem, der ernsthaft etwas verändern möchte, wärmstens weiter empfehlen!
Ihre Homepage finde ich übrigens sehr ansprechend, weshalb ich sie unter meinen Favoriten gespeichert habe
Viele Grüße
Susanne Asser
Finde ich für einen guten Artikel, ich stimme zu, dass man für eine wirkliche Veränderung sich mit unangenehmen Dingen befassen muss. Prinzipiell wie es Freud formuliert hat. Allerdings kommt mir das System in fast allen Therapien zu kurz. Denn wir werden von dem System in dem wir leben zu einer Persönlichkeit geformt und ich erlebe es immer wieder, dass die Menschen selbst nicht verändern können. Das Stanford Prison Experiment liefert gute Ansätze dazu (keinesfalls die diletantische Verfilmung sondern die Tatsächliche Studie von Prof. Zimbardo)
Liebe Grüsse
Helmut Rossmann
Vielen Dank für die Kommentare
@ Susanne Asser: Kopp-Wichmann betont auch immer wieder, dass jedes Problem bereits eine (funktionierende) Lösung für etwas anderes ist. Also kann ich entweder eine andere, bessere Lösung entwickeln (=das Verhalten ändern) oder aber das ursprüngliche Thema bearbeiten. Beides kann angemessen sein.
@ Helmut Rossmann: Klar, das System ist enorm wichtig. Ich habe gerade gestern das Buch des Zellbiologen Bruce Lipton
zuende gelesen, der nachweisen kann, dass das Verhalten (z.B.) der Eltern, das An- und Abschalten von Genen beim Kind bewirkt. D.h. das System wirkt wissenschaftlich nachweisbar bis auf die Zellebene. Spannend!