Archiv für die Kategorie „Musiker“

Alexander-Technik für Sänger – Interview mit Daniel Süsstrunk

daniel süsstrunkDaniel Süsstrunk ist Leiter des Alexander-Technik-Instituts in München. Er widmet sich ausserdem seit vielen Jahren intensiv der Kunst des Belcanto-Gesangs. Da ich ihn während meiner Ausbildung in Freiburg als phantastischen Alexander- und Gesangslehrer kennengelernt habe, und ich ausserdem die Kombination aus beidem sehr spannend finde, habe ich mit Ihm ein online-Interview geführt. Darin geht er auf einige Grundlagen für Sänger ein und hat ausserdem eine lange Liste mit Hörbeispielen auf youtube beigesteuert…

Bitte stellt dich meinen Lesern kurz vor. Wer bist Du und was machst Du?

Ich wurde vor 50 Jahren in der Schweiz geboren und bin bei Basel aufgewachsen. Meine große Liebe gehört seit ich denken kann der klassischen Musik. So begann ich mit dem Violinstudium, in der Absicht, diese Leidenschaft zum Beruf zu machen. Doch eine schwere Krankheit, die in früher Jugend auftrat, stellte sich in den Weg und lenkte mich in eine andere Richtung. Durch eine glückliche Begegnung lernte ich die Alexander-Technik kennen und meiner inneren Stimme folgend stürzte ich mich 1979 begeistert in die dreijährige Ausbildung in London. Nachdem sich mein Gesundheitszustand erheblich gebessert hatte, konnte ich das unterbrochene Musikstudium in Deutschland fortsetzen. Meinen Lebensunterhalt verdiente ich nebenbei mit dem Unterrichten der Alexander-Technik. Das war eine spannende Zeit, da die Methode in Europa praktisch unbekannt war und ich einer der ersten anerkannten Lehrer Deutschlands war.

Seit 1986 lebe und arbeite ich in München. Der Schwerpunkt meiner Arbeit lag stets in der Verbindung von AT mit dem Musizieren. Ich fing an regelmäßig Gesangsstunden zu nehmen, ohne eine bestimmte Absicht zu verfolgen. Während 14 Jahren habe ich auch eine Ausbildung für AT Lehrer geleitet.

1995 lernte ich meinen Lehrer und Freund Johannes Romuald aus Wien kennen, der mir über all die Jahre die alte Tradition des Bel Canto, wie sie in Mailand gelehrt wurde, beibrachte. Seit vier Jahren gebe ich dieses Wissen an professionelle Sänger und an Bläser weiter.

Was ist “Belcanto”-Gesang und was fasziniert dich daran?

Das ist eine sehr schwierige Frage, die ich in diesem Rahmen und überhaupt nur andeutungsweise beantworten kann.

Der Begriff Belcanto deutet auf jenen schönen Gesang hin, bei dem das Gewicht auf vollkommener Tongebung, Klangschönheit und Ausgeglichenheit der Stimme liegt. Dies sind aber nur die stimmlichen Mittel, um den stilistischen Anforderungen eines italienischen Gesangsstils gerecht zu werden. Meistens ist das frühe 19. Jahrhundert mit den Vertretern Rossini, Bellini und Donizetti damit gemeint. Die Ära des ursprünglichen Belcanto, welches der Epoche voraus ging, war die Zeit der Kastraten des 17. Und 18. Jhts. mit den Werken Vivaldis, Scarlattis und Händels. „Bei einem echten Belcantosänger geht es nicht nur um Geschmeidigkeit und Beweglichkeit, sondern es kommt ein Element von Phantasie dazu. Wenn man Fernando De Lucia hört, ist der erste Eindruck: wie poetisch. ……. Die Vorstellung des Sängers ist lebendig geworden, das sind nicht mehr nur Noten auf dem Papier.“ (John Steane)

In meiner täglichen Arbeit geht es in erster Linie um die Befreiung der Stimme und das Erlernen der grundlegenden Techniken des Belcanto Gesangs. Ich versuche sie im Folgenden zu beschreiben.

Eine ebenmäßige und freie Stimme zeichnet sich durch eine vollkommen ruhige Atemführung aus. Es sollte keine Luft (durch die Sprache) verloren gehen und der sparsame Verbrauch des Atems ermöglicht das Singen endlos langer Phrasen. Der Kehlkopf und die Stimme darf nicht unter Druck gesetzt und nach oben geschoben werden (also kein Stützen, wie es im deutschen genannt wird). Man lehnt die Stimme im Gegenteil an, d.h. lässt sie auf dem Atem schweben. Am Ende einer Phrase nimmt der Körper die verbrauchte Luft reflektorisch wieder ein, d.h. der gesamte Sing- oder Atemmechanismus bleibt bis zum Ende in derselben Spannung und beendet die Phrase durch ein Hineinschnellen der Luft.

Eine Qualität des ohne falschen Druck Singens ist die Flexibilität des Tones hörbar. Er hat einen klaren Beginn, also hat eine Art „Kopf“ und schwillt dann ab oder an (Messa di voce in der ursprünglichen Bedeutung). Er sollte schwebend klingen – was durch den gleichmäßig, sparsam ausströmenden Atem hervor gerufen wird – über ein großes Volumen (Vibration) verfügen und tragfähig sein. Das darf nicht mit Lautstärke verwechselt werden, denn diese Eigenschaft findet man auch in den leisesten Tönen. Belcanto singt man aus dem Piano heraus, aus dem feinen, dem eleganten, von dem es anschwillt ins volle und kräftige, um wieder zurück zu kehren ins zarte. Ein guter Sänger geht nur zeitweilig an seine obere Grenze, am Besten niemals ans Limit, um sich und der Stimme nicht zu schaden.

Bedingt durch den freien Atem und saubere Vokale, die von unten bis oben gleich bleiben, beginnt die Stimme am richtigen Platz zu „sitzen“. Sie entfaltet zunehmend ihre persönliche Klangfarbe und gewinnt an Geschmeidigkeit und Virtuosität. Die Fähigkeit mühelos von einer Note zur nächsten zu wechseln wird in Koloraturen, Trillern, Appoggiaturen und Verziehrungen trainiert.

Wer sich dafür interessiert, wie einige dieser Begriffe klingen, kann sich ein Gespräch mit Demonstrationen zwischen Sutherland, Pavarotti, Horn und Bonynge ansehen: How to sing Belcanto I and How to sing Belcanto II

Welche Sänger (bzw. CDs) kannst du als Hörbeispiele empfehlen um einen Eindruck davon zu bekommen?

Es gibt eine große Anzahl von Aufnahmen historischer Sänger, die auf CD wieder erhältlich sind und uns einen wenn auch eher blassen Einblick ihrer Kunst vermitteln. Dem ursprünglichen Belcanto (vor Caruso) kommen vielleicht Sänger wie Fernando De Lucia, Hermann Jadlowker und Leo Slezack am nächsten.

Die Tenöre John McCormack, Jussi Björling, George Thill, Iwan Koslowski, Léopold Simoneaux, Nicolai Gedda, und natürlich die Italiener Dino Borgioli, Tito Scipa, Giuseppe di Stefano, die Spanier Miguel Fleta und Antonio Cortis und der leider wenig bekannte Portugiese Tomaz Alcaide sind nur eine kleine Auswahl meiner Lieblingssänger.

Bei den Sopranen Selma Kurz, Toti dal Monte, Maria Galwany, Maria Ivogün, Rosa Ponselle, Claudia Muzio, Maria Caniglia, Maria Callas.
Ein deutscher Bariton, der in Mailand studierte und diese Schule in meisterlicher Weise wiedergibt ist Willi Domgraf-Fassbaender.
Bei den Sängern und Sängerinnen, die wir uns anhören und –sehen können habe ich einige gute links herausgesucht.

Rosa Ponselle
Habanera Carmen
Ernani (herrlicher sound)

Joan Sutherland
Violetta aus La Traviata 1962
Meyerbeer
Lied The Bohemian Girl

Beverly Sills
Violetta
Linda di Chamounix
Königin der Nacht
The Rose and the Nightingale

Leyla Gencer
Aida Verdi
Trovatore

Montserrat Caballé,
Casta Diva 1974
Mozart: Dove sono Hochzeit des Figaro
Bellini Il pirata 1966

Maria Callas
Vissi d’arte 1958
Casta diva Norma
Don Carlo 1959

Anna Moffo
I pagliacci – Ballatella
Juwelenarie Faust Gounod

Marilyn Horn
Carmen Bizet
Rossini

Cecilia Bartoli
Parto, parto Titus Mozart
Alleluja Mozart
La Cenerentola Rossini

Anne Sofie von Otter
Offenbach

Andreas Scholl
Rodelinda Händel
Ombra mai fu Händel
Giulio Cesare Händel

Alfredo Kraus
Herzog Rigoletto
La donna e mobile 1958
Pecheurs de perles 1970

Luciano Pavarotti
Ingemisco Requiem 1967
Ave Maria 1978
Nessun dorma NY 1980
Boheme Che gelida manina 1979 La Scala Carlos Kleiber

Rolando Villazon
Una furtiva lagrima, Wien
Lenski Eugen Onegin

Cesare Siepi
Don Carlo 1970
Don Giovanni Furtwängler

Tito Gobbi
Scarpia Tosca London
Rigoletto
Rigoletto 1949

Was ist DEINE Gesangsphilosophie?

In dem obigen Punkt habe ich versucht die technischen Belange des Singens zu beschreiben. Dies sind die Voraussetzungen um professionell zu singen. Darunter verstehe ich verlässlich über ein Instrument zu verfügen, das jederzeit und reproduzierbar alle Schwierigkeiten meistern kann und kein Produkt des Zufalls ist. Erst dadurch ist es möglich der Musik gerecht zu werden und sie plastisch und glaubhaft auszudrücken: Emotionen, Gefühle und Empfindungen der darzustellenden Charaktere durch Dynamik, Farben, Dramatik, Glanz, Lyrik, etc. Ich möchte von dem Gesang der Sänger und Sängerinnen berührt werden und als ein veränderter Mensch die Oper oder den Konzertsaal verlassen. In der heutigen Zeit der Tonkonserven, TV und Videos und der Masseneventveranstaltungen ist dies nötiger denn je.

Du verwendest die Alexander-Technik auch im Gesangsunterricht. Was ist das Besondere an dieser Kombination? Welchen Nutzen können Sänger aus dem Erlernen der Alexander-Technik ziehen?

Mit Sängern und Sängerinnen arbeite ich stimmlich und musikalisch. Nur in Ausnahmen wende ich AT Arbeit im Liegen an, z.B. um die Atmung zu befreien. Gelegentlich benutze ich die Hände zur Verdeutlichung, um den Schüler etwas bei sich oder an mir spüren zu lassen. Falls bei einem Schüler die körperlichen Grundlagen derart mangelhaft sind, dass ein normaler Gesangsunterricht nichts bringt, dann rate ich ihm erst einmal dieses Defizit mit Hilfe der Alexander Methode oder einer anderen Arbeit anzugehen und zu verbessern. Es versteht sich von selbst, dass – auch wenn ich keine oder nur sparsam die Berührung der Hände einsetze – ich dennoch über dies Wissen verfüge und es ständig anwende.

Welches Unterrichtsangebot hast Du? Was würdest du interessierten Sängern empfehlen?

Ich unterrichte selbständig, also an keiner Institution. Dies hat den Vorteil, dass ich frei von äußeren Zwängen arbeiten kann. Die Betreuung eines Sängers erfordert ein enormes Maß an Engagement und das einbringen meiner ganzen Persönlichkeit. Dazu bin ich gerne bereit, fordere aber im Gegenzug dasselbe von dem Studenten. Es ist viel Fleiß, Arbeit und Zeit nötig, um das Singen der Belcanto Tradition gründlich zu studieren und erfolgreich anwenden zu können. Doch der Einsatz wird belohnt durch die Freude, die einem die Kunst mit sich und der Stimme umzugehen schenkt.

Vielen Dank für das Interview

Ich werde sicher einige Wochen brauchen, bis ich mir die vielen Stücke in youtube angehört habe. Einen Einblick habe ich jetzt schon bekommen…

Ich mag den Ansatz, dass es darum geht “die Stimme zu befreien”, also nicht darum, etwas künstlich von aussen “drüberzustülpen”. Und ich findes es enorm wichtig, dass bei allem nötigen Fleiss und Genauigkeit, was Gesangstechnik usw. angeht, folgendes Ziel immer  präsent zu halten, das Daniel Süsstrunk sehr schön formuliert hat: “Ich möchte von dem Gesang der Sänger und Sängerinnen berührt werden und als ein veränderter Mensch die Oper oder den Konzertsaal verlassen.

Nochmals vielen Dank für die ausführlichen Antworten. Das ist viiiiiiiiiiiiiiiiel mehr, als ich mir erhofft hatte :-)

Hier ist nochmals der Link zu Daniel Süsstrunks homepage.

Alexander-Technik beim “Internationalen Kongress für Musikphysiologie und Musikermedizin”

Dirk Hausen (Lehrer für Alexander-Technik in Freiburg) hat mir folgenden kleinen Bericht vom „Internationalen Kongress für Musikphysiologie und Musikermedizin“ zukommen lassen:

Vom 26.- 28. März dieses Jahres fand an der Hochschule für Musik Freiburg i. Br. ein „Internationaler Kongress für Musikphysiologie und Musikermedizin“ statt. Auf Einladung der Leitung des Freiburger Instituts für Musikermedizin hatte ich hierbei Gelegenheit, die G.L.A.T. (Gesellschaft der Lehrer/innen der F.M. Alexander-Technik) durch den Workshop „Alexander-Technik für Bläser“ zu vertreten.

Ein neunzigminütiger Workshop bedeutet auch bei anderen Veranstaltungen eine Herausforderung. Im Rahmen eines internationalen Kongresses, bei dem besonders qualifizierte Teilnehmer auch mit besonders großen Erwartungen aus der ganzen Welt anreisen, kann sich eine solche Herausforderung jedoch als durchaus steigerbar erweisen: Zum Beispiel stellte sich bereits in der Vorbereitung die grundlegende Frage, ob der Workshop auf Deutsch oder Englisch abzuhalten ist, oder mit wie vielen Teilnehmern welcher Berufsgruppe bzw. welchen Hintergrunds zu rechnen ist. Vor Ort ergab sich dann „spontan“, dass die 25 Teilnehmer meines Workshops zum einen alle deutschsprachig waren und dass vom Logopäden bis zu einem Prof. Dr. med. einer deutschen Universitätsklinik also auch die verschiedensten Berufsgruppen (vorwiegend jedoch aus dem medizinischen Bereich) vertreten waren.

Mein Plan sah vor, zunächst einen kurzen, einführenden Vortrag über die Technik zu halten. In einem zweiten Schritt sollte dann die „klassische“ Alexander-Arbeit an Tisch und Stuhl präsentiert werden. Ganz dem Ablauf einer regulären Unterrichtsstunde folgend, hätte sich hieran die thematisch vorgegebene Arbeit am Instrument angeschlossen. Es stellte sich jedoch gleich zu Beginn des Workshops heraus, dass keiner der Teilnehmer, trotz des expliziten Hinweises in der Kursbeschreibung, an das Mitbringen eines Instruments gedacht hatte. Ohne leugnen zu wollen, dass diese Feststellung mein Konzept um spontane Improvisation zu bereichern drohte, begann ich einfach.

Es stellte ich heraus, dass alle Teilnehmer vor allem eines waren: interessiert. Sie waren zutiefst interessiert daran, ihren Klienten bzw. Patienten eine umfassende und damit bestmögliche Behandlung zukommen lassen zu können. Der in der Alexander-Welt (auch durch Alexanders eigene Beschreibung seines Leidensweges) häufig formulierte Gedanke, dass Mediziner nur am Symptom orientiert seien, erwies sich daher, zumindest im Rahmen dieses Workshops, als korrekturbedürftig.

Nachdem ich die Teilnehmer zu Beginn darauf hingewiesen hatte, dass Fragen jederzeit gestellt werden könnten, wurde hiervon auch rege Gebrauch gemacht. Neben sehr spezifischen Fragen zu meiner Arbeit mit Musikern, vor allem zu meinen Erfahrungen mit Orchestern wie der Jungen Deutschen Philharmonie, ging es auch darum, wie genau eine Stunde abläuft, was konkret ein Alexander-Lehrer mit seinen Händen tut, wie man die Technik selbst anwenden lernt bzw. wie viele Stunden dazu notwendig sind usw.

Das Ergebnis war ein anregender Workshop bei dem viel gelacht wurde (der Anblick von 25 gleichzeitig aufstehenden bzw. sich hinsetzenden Leuten oder das gemeinsame Praktizieren des „whispered Ah“ bot für alle Anwesenden genug Grund dazu), bei dem sich jedoch auch die grundlegenden Ideen und Zusammenhänge der Alexander-Technik verdeutlichen ließen. Die Alexander-Technik als Teil eines ungemein vielfältigen Angebots an hochinteressanten Vorträgen und Workshops im Rahmen dieses Kongresses vertreten zu dürfen, erlaubt mir den persönlichen Schluss, dass der potentielle Beitrag der Alexander-Technik in der Musikphysiologie und Musikermedizin herzlich willkommen ist.

Vielen Dank an Dirk Hausen, der mir diesen Bericht hat zukommen lassen.

Ich arbeite regelmässig mit Musikern und kann sagen, dass der (nicht nur potentielle) Beitrag den die Alexander-Technik leistet, wirklich einen Bedarf deckt. So haben schon 8 oder 10-jährige Kinder häufig Rückenschmerzen (nicht nur, aber auch beim Spielen ihres Instrumentes). Jugendliche und Erwachsene haben häufig chronische Schmerzen und Probleme entwickelt…

Wenn es mir im Unterricht gelingt, falsche Vorstellungen von “guter Haltung” oder davon wie die Spielbewegungen zustande kommen zu korrigieren, werden die Bewegungsabläufe fliessender und damit verschwinden oft als “Nebenwirkung” auch die Rückenprobleme.

Auch wenn es derzeit “in” ist auf der “sturen Schulmedizin” herumzuhacken, kann ich für meinen Teil sagen, dass die Ärzte und Physiotherapeuten mit denen ich bisher gesprochen habe, ALLE sehr interessiert an Methoden wie der Alexander-Technik waren. Das liegt vermutlich auch mit daran, dass ich meine Arbeit zu 100% als pädagogisch verstehe, also weit davon entfernt bin therapeutisch tätig zu sein.

Wie auch immer. Ich finde es jedenfalls schön, dass sich gegenseitiges Interesse auch auf so einem Kongress widerspiegelt.

Was ist Originalität?

Auf dieser Seite habe ich dieses spannende Zitat gefunden:

“So viele Menschen verwechseln grobe Fehlkoordination mit Originalität.”
Patrick Macdonald (in: “The Alexander Technique as I See It)

Dazu sag ich Amen :-)

MusikerVon Musikern höre ich hin und wieder das Argument, dass man offen und spontan sein müsse, man müsse im Fluss oder “Flow” sein,  ja sogar, dass man die Angst überwinden müsse und ins Unbekannte springen, damit etwas Neues, etwas Einzigartiges entstehen könne.

Und das sehe ich ganz genau so!

Und dann muss ich mir ansehen Und dann zeigen sie mir, was sie damit meinen. Und was glauben Sie sehe ich da? Die selben Menschen, die von Offenheit, Spontanität, Fluss und von ‘ins Unbekannte springen’ sprechen, gehen gar nicht mal sooo gut mit sich selbst um, während sie selbst glauben ‘ganz offen und spontan’ zu sein.

Wow und das haut mich zum Teil echt um! Da wird sich verbogen und verspannt, dass Gesicht verzerrt, weil man dadurch das richtige ‘feeling’ kriegt, usw. Auf deutsch: die machen alles das, was Offenheit verhindert!!! Und das Beste daran ist, dass sich das subjektiv spontan und offen anfühlt. (Da frage ich mich doch gleich mal wieder, an welchen Stellen ich selbst denn so völlig daneben liegen könnte…) Ist das spannend?

Was lernen wir daraus?

Ich persönlich finde daran spannend, dass es momentan ja “in” ist von der Macht des Unterbewussten zu sprechen, die Rolle des Verstandes zu degradieren, stattdessen seinem “Gefühl” zu vertrauen und sich davon leiten zu lassen. Und diese Idee wäre auch gar nicht so verkehrt, wenn man seinem Gefühl denn trauen könnte ;-) Wie wir an obigem Beispiel (übrigens beliebig oft reproduzierbar) sehen können, liegt das “Gefühl” aber bei den meisten Menschen leider daneben.

Der Grund, warum Gewohnheiten oft so schwer zu verändern sind, ist ja der, dass

  • das Bekannte (die Gewohnheit) sich richtig anfühlt
  • das Unbekannte sich dann logischerweise falsch anfühlt

Und niemand, der etwas gut oder richtig machen will, wird jemals auf die Idee kommen etwas zu tun, was sich falsch anfühlt. Also wird er immer im alten, bekannten, sich richtig anfühlenden Tun steckenbleiben.

Ja und da scheint es mir doch so zu sein, dass wir letzten Endes halt doch unseren Verstand bemühen müssen. Das heisst wir müssen unser Denken trainieren, damit wir

  • das alles überhaupt erkennen können
  • und schliesslich die “falsche” Art etwas zu tun, unterbinden können.

Dann, und nur dann, kann wirklich etwas Neues entstehen! Das nenne ich Originalität!

An der Stelle sei mal wieder ein Zitat von F.M. Alexander erlaubt:

“Jeder will es richtig machen, aber keiner hält an und überlegt, ob seine Vorstellung von “richtig” die richtige ist.”

Das ist der erste Schritt einer jeden echten Veränderung.

Bild ©RainerSturm / PIXELIO

Unterricht als Dienstleistung?

Auf dem Persönlichkeits-Blog von Roland Kopp-Wichmann fand ich folgenden Text von dem dänischen Philosophen Søren Aabye Kierkegaard:

“Wenn wir beabsichtigen einen Menschen
zu einer bestimmten Stelle hinzuführen,
müssen wir uns zunächst bemühen,
ihn dort anzutreffen, wo er sich befindet und dort anfangen.
Jeder, der dies nicht kann, unterliegt einer Selbsttäuschung,
wenn er meint, anderen helfen zu können.

Wenn ich wirklich einem anderen helfen will,
muss ich mehr verstehen als er,
aber zu allererst muss ich begreifen,
was er verstanden hat.

Falls mir dies nicht gelingt,
wird mein Mehr-Verständnis für ihn keine Hilfe sein.
Würde ich trotzdem mein Mehr-Verständnis durchsetzen,
dürfte dieses wohl in meiner Eitelkeit begründet sein.
Ich möchte meine Unterstützung durch seine Bewunderung ersetzen.

Aber jede wahre Kunst der Hilfe muss mit einer Erniedrigung anfangen.
Der Helfer muss zuerst knien vor dem,
dem er helfen möchte.
Er muss begreifen, dass zu helfen nicht zu herrschen ist,
sondern zu dienen;
dass Helfen nicht eine Macht,
sondern eine Geduldausübung ist.”

(Søren Aabye Kierkegaard: Eine einfache Mitteilung. Die Schriften über sich selbst; 1859)

In diesem Text hat mir der Gedanke, dass die Leistung des Lehrer vor allem darin besteht, dem Schüler zu dienen, besonders gut gefallen. In diesem Sinne ist Unterricht wirklich eine Dienst-leistung. :-) Das passt perfekt zu meinem Verständnis von (Alexander-)Unterricht. Und anders ist es meiner Erfahrung nach auch gar nicht möglich, dass ein Schüler sich und sein Verhalten in der gewünschten Weise verändert, denn echte Veränderung kann NIE von aussen kommen, sondern muss in einem selbst entstehen. Unterricht soll den Rahmen bieten, in dem die gewünschte Veränderung möglichst leicht geschehen kann. Ich möchte die im zitierten Text genannten “Stationen” nochmals für eine Unterrichtsstunde zusammenfassen:

  • die Welt des Schülers verstehen
  • von dort aus einen Weg zu neuen Ufern aufzeigen
  • den Raum offenhalten, damit die gewünschte Veränderung geschehen kann

In diesem Sinne möchte ich hier auch die Vorgehensweise, wie Sie F.M.Alexander in The Use Of The Self beschrieben hat, interpretieren:

  • to analyse the conditions of use present;
  • to select (reason out) the means whereby a more satisfactory use could be brought about;
  • to project consciously the directions required for putting these means into effect.

Diese drei Punkte sind natürlich nicht nur für Lehrer und Therapeuten genial, sondern für jeden, der selbstständig irgend etwas in seinem Leben, in seinem Denken und Handeln verändern will.

Spannendes Lesefutter!

Direction Journal1985 wurde das (englischsprachige) Direction Journal gegründet – eine unabhängige Zeitschrift für Alexander-Technik. Nach finanziellen Problemen wurde das Projekt bisweilen eingestellt. Jetzt gibt es das Direction Journal wieder. Zunächst nur im Internet unter http://www.directionjournal.com/.

Sie können sich ein Bild vom Direction Journal machen, indem Sie hier ein gratis Exemlar bestellen. Einfach Name und email-adresse eingeben und sie bekommen einen link zum herunterladen in Ihr Postfach. Das Dokument enthält folgende Artikel:

  • Living in the Present
    by Hella Linkmeyer
  • Butterfly Soup
    by Vivien Mackie
  • Of One Mind
    by Suzanne Faulkner
  • What Role Can the Alexander Technique Have in Business?
    by David Horsman (Interview mit Michael Gelb)
  • A Spiritual Path
    by Wade Alexander
  • Mr Macdonald
    by Shoshana Kaminitz

Momentan gibt es eine Mitgliedschaft noch zwei Monate fast gratis zum Preis von 1$. Für diesen Preis können Sie neun(!) Direction Journals aus dem Archiv als pdf herunterladen. Daneben gibt es noch ein Audio Archive mit diversen Live Interviews, sowie diverse Congress Papers.

Ich habe in den Direction Journals, die ich “in echt” besitze viele intersessante Artikel gefunden und werde bestimmt auch in den jetzt heruntergeladenen Dokumenten den einen oder anderen Artikel finden, der mich interressiert. Natürlich könnte ich jetzt, nachdem ich alles heruntergeladen habe gleich wieder kündigen. Ich werde allerdings auch nach Ablauf der 1$-Aktion Mitglied bleiben, weil ich das Projekt unterstützenswert finde und mir den einen oder anderen Denkanstoss aus den kommenden neuen Heften erwarte.

Nachtrag 20.3.09
Ich habe inzwischen mehrere emails mit dem Herausgeber des Direction Journals, Paul Cook, gewechselt. Jetzt kann ich sagen: Sehr spannend, was da für die nächsten Ausgaben geplant ist. Ist das jetzt Werbung? Ja klar ;-)

Bild: © Hans-Peter Häge / PIXELIO

Alexander-Technik und Lampenfieber

LampenfieberNachdem ich letzte Woche bereits einen Artikel zum Thema Lampenfieber vorgestellt hatte, folgt auch sogleich ein weiterer.

Die Leiterin der Schule für Alexander-Technik Freiburg, Aranka Fortwängler, hat mir letze Woche als Kommentar geschrieben, dass sie auf der website der Schule einen Artikel mit dem Titel “Die Alexander-Technik und Lampenfieber” anbietet. Ich habe den Artikel schon vor einigen Jahren gelesen und finde ihn sehr interessant und lehrreich.

Und er hat mir die Augen für einen bestimmten Aspekt von Lampenfieber geöffnet, dessen Verständnis mir seeeehr viel gebracht hat. Darüber möchte ich heute schreiben:

Was soll das eigentlich alles?

Lampenfieber ist die Wahrnehmung von den Folgen eines Ansteigens des Adrenalinpegels.

Adrenalin ist Energie!

Jetzt hätte ich da mal ne Frage an Sie: Brauchen Sie für einen Auftritt, eine Präsentation usw. mehr, weniger oder gleich viel Energie wie z.B. beim morgentlichen Zähneputzen? Na also! :-) So gesehen scheint das doch eine sinnvolle Sache zu sein dieses “Lampenfieber”, das normalerweise einen verdammt schlechten Ruf hat, finden Sie nicht auch?

“Dies alles ist an und für sich normal und den besonderen Anforderungen der Situation angemessen – wir brauchen mehr Energie, um so eine Aufgabe erfolgreich meistern zu können. Problematisch wird es erst, wenn wir diese Reaktionen als unangenehm oder gar bedrohlich empfinden.”

Und das gilt unabhängig davon, ob Sie Redner, Lehrer, Schauspieler, Musiker sind, ob Sie eine Präsentation geben, in einem Meeting oder in einer Prüfung sind, sich irgendwo bewerben oder der Frau ihrer Träume ihre Liebe gestehen :-) Lampenfieber hat einen bestimmten (positiven) Sinn und Sie als ganze Person reagieren darauf – in einer günstigeren oder ungünstigeren Art und Weise. Punkt. So einfach!

Darum helfen übrigens auch die meisten gutgemeinten Tips und Tricks gegen Lampenfieber in der Regel nicht. Warum? Weil sie eben genau dieses Kernthema(?) nicht berücksichtigen. Worum also geht es?

Lampenfieber loswerden?

Es geht um die innere Einstellung. Wie interpretieren wir das Lampenfieber? Wie bewerten wir das Lampenfieber? Wie reagieren wir auf das Lampenfieber?

Sollten wir das Lampenfieber nämlich loswerden wollen, so ergibt sich ein innerer Konflikt:

  • ein Teil will Energie liefern, damit wir uns ausdehnen und ausdrücken können
  • ein anderer Teil will die Kontrolle behalten und diese ganze Aufregung unterdrücken, versucht also auf die Bremse zu treten

Wir haben also folgende Situation:
Energiebremse (Kontrollieren) gegen Energielieferung (Lampenfieber)

Wenn Sie also ihr Lampenfieber besiegen oder loswerden wollen, so heisst das, dass Sie Energie aufwenden um weniger Energie zu haben…

Also ich muss sagen, Sie haben da ein echt interessantes Konzept ;-) Die Folgen sind leider eine gigantische Energieverschwendung bis hin zur Handlungsunfähigkeit.

Ausserdem schwirrt in Esoterikkreisen (der ’seriösen’ Art) immer mal wieder der Satz “Was du bekämpfst das machst du stärker” durch die Luft. Wenn dieser Satz zuträfe (und ich bin überzeugt, er trifft zu), dann würde das ja bedeuten, dass alle Maßnahmen die sich gegen das Lampenfieber richten, letzten Endes alles nur noch schlimmer machen würden… Was also tun?

Lernen Sie das Lampenfieber zu nutzen!

In genannten Artikel skizziert Fortwängler, was die Alexander-Technik ist und wie Sie sie mit ihrer Hilfe lernen könnten, dieses Lampenfieber, diese zusätzliche Energie, die sooooo unsteuerbar scheint, FÜR SICH und Ihre Intentionen ZU NUTZEN. Wie das gehen soll erfahren Sie im Artikel. Indem Sie ihren Umgang mit sich selbst verändern, verändern Sie indirekt auch ihren Umgang mit Lampenfieber.

“Und was hat sich am Ende an unserer Aufregung verändert? Wahrscheinlich gar nichts – wir sind weiterhin aufgeregt — aber wir können jetzt die Aufregung unter Umständen sogar genießen. Wir können sie und uns als einen Teil des Geschehens annehmen, als eine Form von Dasein und Lebendigkeit auffassen.”

Lampenfieber als eine Form von Dasein und Lebendigkeit auffassen? Die Aufregung genießen? Finden Sie das etwa erstrebenswert?

Dann ist der link zum Artikel:
Die Alexander-Technik und Lampenfieber

.

P.S. Haben Sie auch etwas zum Thema Lampenfieber zu sagen? Dann schreiben Sie mir doch einen kurzen Kommentar! Gerne auch mit link-Tips ;-)

Bild: ©Kurt Michel/ PIXELIO

Lampenfieber auflösen?

LampenfieberIch bereite gerade einen Workshop zum Thema Lampenfieber vor. Drum lese ich mal wieder diverse Bücher und stöbere im Netz nach nützlichen Artikeln zum Thema.

Mal wieder? Ich habe in meiner Musikerlaufbahn sehr mit dem Phänomen Lampenfieber zu kämpfen gehabt, was so weit ging, dass gar nichts mehr ging ;-) Sprich ich stand auf der Bühne und hatte so heftiges Lampenfieber, dass aus meiner Trompete nur noch – ich will es mal als “Geräusche” bezeichnen -  kamen, also weit entfernt also von Tönen, Klängen, geschweige denn Musik…

Ich weiss also aus eigener Erfahrung um was es geht und ich habe in einem langen Prozess gelernt, dass ich das Lampenfieber gebraucht habe, um bestimmte Dinge über mich lernen zu können. Somit bin ich heute sogar dankbar für mein Lampenfieber damals! Im Nachhinein lässt’s sich zwar leicht reden, aber in sogenannten Problemen steckt immer die Chance zu wachsen (Drum heissen die ja PRO-bleme und nicht CONTRA-bleme).

Inzwischen fühle ich bei Auftritten eine ganz andere Nervosität, eher zu beschreiben als Aufregung oder aufregende Vorfreude, was dazu führt, dass ich dann saugut spiele :-) .

Das Wort Lampenfieber leitet sich übrigens von dem Wort “Kanonen-fieber” her, das Goethe anässlich der Kanonade von Valmy 1792 beschrieb: das Pfeifen der herannahenden Kanonenkugeln versetzte die Soldaten in einen gar merkwürdigen Rausch. 1858 tauchte dann der Begriff “Lampenfieber” erstmals in der Theaterwelt auf. (Quelle: Irmtraud Tarr: Vom Lampenfieber zur Vorfreude)

In werde in unregelmässigen Abständden hier einige lesenswerte Artikel, Bücher und Methoden zum Thema Lampenfieber vorstellen. Los geht’s mit dem hier:

Was man gegen Lampenfieber tun kann

Die Alexander-Technik-Lehrerin und Begründerin der sogenannten Bodymapping-Methode – Barbara Conable – hat einen lesenswerten Artikel verfasst, der sich mit dem Thema “Lampenfieber bei Musikern” auseinandersetzt. Sie geht von vier verschiedenen Arten des Lampenfiebers aus:

  1. Schmetterlinge
  2. Gehemmtheit
  3. Empfindungen im Zusammenhang mit ungenügender Vorbereitung
  4. Schwächende Angst, Schrecken, Grauen, Panik

Nr.1 beschreibt positives Lampenfieber, auch gelegentlich als Eu-Stress bezeichnet. Darüber kann man sich riesig freuen, weil das die Leistungsfähigkeit erhöht.

Für alle weiteren Punkte (negatives Lampenfieber) gibt Conable hilfreiche Tipps und Strategien, wie man entweder präventiv daran arbeiten kann, oder wie man das Problem Lampenfieber ein für alle Mal lösen können soll.

Besonders interessant fand ich einen Absatz in dem Conable über den kulturellen Zusammenhang, in dem Lampenfieber entsteht, schreibt. Hier einige Beispiele:

Es ist auf der Welt ziemlich ungewöhnlich, daß ein Publikum in Reihen sitzend einer Bühne zugewandt ist und nichts weiter zu denken hat.

Tja, alle Augen und Ohren starren auf den Musiker und registrieren und verurteilen beurteilen jede kleinste Unstimmigkeit. Warum können die das überhaupt beurteilen? Conable liefert die Antwort:

Heutzutage besitzen viele Leute CDs von der Musik, die zur Aufführung gebracht werden soll. Noten, die der Komponist nicht geschrieben hat, sind auf der CD korrigiert worden und deshalb sind die Ohren des Publikums auf ein technisches Niveau ausgerichtet, das völlig unrealistisch ist.

Hmmm, da wird also ein Student oder ein Musiklehrer mit den weltbesten Musikern verglichen und mit youtube ist das heutzutage ja noch einfacher. Da kann man ja eigentlich nur verlieren…

Man kann den Status, den Musiker in unserer Kultur haben mit einem Wort beschreiben: niedrig.

Dem ist wohl nichts hinzuzufügen.

Mit diesen und weiteren Beispielen verdeutlicht Conable, dass Lampenfieber bei Musikern viele Ursachen haben kann. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass diese Denkweise allein schon eine enorme Erleichterung darstellen kann, ist man doch nicht mehr (nur) selbst “Schuld” an seiner Angst und dann kann man, vielleicht schneller als man denkt, erkennen, dass das mit Schuld rein gar nichts zu tun hat…

::

Den Artikel “Was man gegen Lampenfieber tun kann”  hat die Alexander-Technik-Lehrerin Sibylle Wenzel übersetzt und stellt die deutsche Übersetzung auf Ihrer website gratis zum download zur Verfügung.

Hier ist der link zum englischen Original.

Bild: ©RainerSturm / PIXELIO

Herzlich Willkommen!
Daniel Mihajlovic
Mein Name ist Daniel Mihajlovic.

Ich wünsche Ihnen viel Spass auf meinem Alexander-technik-blog.

Sind Sie das erste Mal hier?
Informieren Sie sich hier was Alexander-Technik ist.

Blog abonnieren!

Ihre email-Adresse:

Delivered by FeedBurner

Kategorien