Artikel-Schlagworte: „Koordination“

Alexander-Technik (3/8)

Prinzip 2: Gebrauch – Funktion

In der Alexander-Technik unterscheiden wir zwischen Gebrauch und Funktion.

Ich habe einen kleinen Schraubenzieher, mit dem ich hin und wieder die Schrauben meiner Brille festziehe. Stellen Sie sich vor, ich würde ihn verwenden um ein Regal zusammenzubauen. Das kennt man ja, oder? Die Dinger passen nie so richtig zusammen und alles klemmt irgendwie. Mit meinem kleinen Schraubenzieher wäre das nicht nur unglaublich ineffektiv bzw. unmöglich, sondern wahrscheinlich würde ich den Schraubenzieher – und das Regal – auch noch kaputt machen.

Andererseits habe ich viele Möglichkeiten, wie ich die Schrauben meiner Brille festziehen kann. Ich kann das mit einem Kraftakt wie beim Bodybuilding tun, oder ich kann ganz fein arbeiten.

Daraus folgt, dass es sinnvoll ist

  • den Verwendungszweck zu beachten und
  • die Art der Verwendung passend zu wählen, wenn das Werkzeug optimal und auch langfristig funktionieren soll.

Genau diesen Zusammenhang zwischen Gebrauch und Funktion beachtet die Alexander-Technik.

Also wenn ich es für das Falsche gebrauche funktioniert es nicht gut und
wenn ich es falsch gebrauche funktioniert es auch nicht gut. Alles klar? ;-)

Ein klassisches Beispiel hierfür, in Bezug auf den Körpergebrauch, ist das Aufheben eines Gegenstandes vom Boden:

Es gibt viele verschiedene Arten, einen Gegenstand aufzuheben. Die Art die der Körperkonstruktion entspricht geht so: Hüft-, Knie- und Fußgelenke beugen um so nach unten und wieder zurück zu kommen. Das war’s. Diese Art die Beine zu gebrauchen ist die effektivste Art und deswegen funktioniert sie am besten. Wenn ich unten bin kann ich die kräftigen Beinmuskeln verwenden um etwas schweres aufzuheben, anstatt die verhältnismäßig feinen Rückenstrecker zu bemühen und einen Bandscheibenvorfall vorzuprogrammieren.

Diesen Teil der Aktivität „Gegenstand aufheben“ nenne ich den spezifischen Gebrauch in einer Tätigkeit.

Dem voran geht der allgemeine Gebrauch des Selbst. Was das ist?
Das ist das Spezialgebiet der Alexander-Technik.

Die Fragestellung lautet:
Wie ist meine allgemeine Koordination, und wie kann ich die bestmögliche finden?

Die Vorgehensweise in der Alexander-Technik ist es, die optimale Relation zwischen Kopf und Körper zu initiieren, damit das ganze System sich optimal koordinieren kann – genannt primary control. Das beinhaltet also Denken und Bewegung, ist also ganzheitlich. Eine so optimierte allgemeine Koordination hat einen positiven Einfluss auf alle anderen spezifischen Tätigkeiten.

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Alexander-Technik (4/8)

Prinzip 3: Primary Control

Die Alexander-Technik liefert uns ein geniales Modell zur Steuerung unseres Gebrauchs:

die sog. „primary control“ – zu deutsch “primäre Steuerung”

Das Modell behauptet folgendes:

Die Balance des Kopfes im beweglichen Verhältnis zum Körper,
ist der Schlüssel zu Freiheit und Leichtigkeit jeder Bewegung.

“Interessant” finden Sie? Wollen Sie wissen, wozu das Modell nützlich sein soll? “Wieso gerade DIESES Modell? Lesen Sie weiter….

Wie schwer ist ihr Kopf? Was schätzen Sie?

  • 2-5 kg
  • 5-7 kg
  • 7-10 kg

Wir können unseren Kopf, die oberste Masse so balancieren, dass
ENTWEDER die Gesamt-Koordination verbessert wird
ODER die Gesamt-Koordination schlechter wird.

Ihr Kopf wiegt fünf bis sieben Kilo!!! Nehmen sie mal einen fünf Kilo schweren Stein in die Hand und spüren Sie sein Gewicht. Können Sie spüren, welche enormen Kräfte da wirken, wenn sie fünf Kilo längere Zeit “halten” müssen?

Wenn Sie aufhören zu Halten indem Sie ihre großen Halsmuskeln loslassen, damit die automatischen Balancemechanismen des Kopfes ungestört arbeiten können, kann sich der ganze Restliche Körper untendrunter ebenfalls gut balancieren, weil das Fallen der obersten Masse “Kopf” durch die Knochen in den Boden geleitet werden kann. Notlösungen wie verspannte Muskeln, krummer Rücken, Hohlkreuz etc. sind dann schlicht nicht mehr nötig.

Wir wollen also (wieder) lernen die Balance unseres Kopfes in einer Weise zuzulassen, die die beste Koordination des gesamten Körpers hervorbringt.

Wir benutzen DIESES Modell, weil es biomechanisch logisch ist, weil es genial einfach ist und weil wir damit jederzeit unseren Gesamtzustand zuverlässig einschätzen lernen können.

Die praktische Umsetzung braucht allerdings etwas Zeit und professionelle Anleitung.

Wenn Sie möchten, können Sie gleich jetzt ausprobieren, wie es ihnen geht, wenn sie beim lesen dieses Textes ihren Hals so fest wie möglich anspannen, um dann wieder ganz loszulassen. Vergleichen Sie beide Zustände. Welcher ist angenehmer?

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Herzlich Willkommen!
Daniel Mihajlovic
Mein Name ist Daniel Mihajlovic.

Ich wünsche Ihnen viel Spass auf meinem Alexander-technik-blog.

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